Lehrveranstaltung "Digitale Betriebsprüfung"

Termine: 

  1. Freitag, 10.04.2015, 9 - 18 Uhr
  2. Sonnabend, 11.04.2015, 9 - 18 Uhr
  3. Freitag, 17.04.2015, 13 - 18 Uhr
  4. Sonnabend, 18.04.2015, 9 - 18 Uhr

Raum: 21/PC-Labor I

Teilnehmeranzahl: max. 20 (10 2er Gruppen)

Dozent: Dr. Ingolf Sulk

Hintergrund:

Die digitale Betriebsprüfung gewinnt immer stärker an Bedeutung. Die Grundlagen werden als „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“ (GoBD) formuliert. Mit Datum vom 14.11.2014  wurden die GoBD als Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) veröffentlicht, welche die bisherigen „Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme“ (GoBS von 1995) und die „Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen“ (GDPdU, BMF-Schreiben vom 16.07.2001) ersetzen. Anwendbar sind die GoBD ab dem Veranlagungszeitraum (Wirtschaftsjahr) 2015. Seit dem 01.01.2002 wird  der Finanzverwaltung  das Recht eingeräumt, die steuerrelevanten Daten von Unternehmen im Rahmen einer Betriebsprüfung auch in digitaler Form anzufordern. Präzisiert werden die GDPdU in einem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 16.07.2001. Bereits heute erfolgen mehr als zwei Drittel aller Betriebsprüfungen digital. Dieser Trend zeigt steil aufwärts – und er ist unumkehrbar. Dabei definiert der Gesetzgeber klare Vorgaben, die es zu erfüllen gilt.

Generell gilt: Steuerlich relevant sind Daten, wenn sie für die Besteuerung des Steuerpflichtigen von Bedeutung sind. Hierzu zählen in jedem Fall Daten aus der Finanz-, Anlagen- und Lohnbuchhaltung. Aber auch andere digitale Unterlagen können als steuerlich relevant eingestuft werden. Einen abschließenden Katalog steuerrelevanter Daten gibt es nicht. Die GoBD verpflichten Unternehmen, steuerrelevante Daten über einen aufbewahrungspflichtigen Zeitraum von mindestens zehn Jahren unveränderbar sowie maschinell les- und auswertbar vorzuhalten. Dabei müssen alle Daten für die drei Zugriffsarten (Z1 = unmittelbarer Zugriff, Z2 = mittelbarer Zugriff und Z3 = Datenträgerüberlassung) für den Prüfer vorgehalten werden.

IDEA ist eine ursprünglich vom Kanadischen Rechnungshof entwickelte Software-Lösung für den Import, die Selektion und Analyse großer Datenmengen. Heute ist IDEA eine eingetragene Marke von CaseWare IDEA Inc. Audicon ist exklusiver Distributor für den deutschsprachigen Markt. Die Software-Lösung wird von der Finanzverwaltung, Unternehmen, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern eingesetzt. 2002 hat die Finanzverwaltung ihre Außenprüfer zur Durchführung der digitalen Steuerprüfung mit IDEA als Prüfsoftware ausgestattet. Die Einsatzbereiche sind vielfältig; so wird IDEA z. B. in der Steuerabteilung, der Finanzbuchhaltung, im Controlling, der internen Revision und der EDV genutzt.
IDEA lässt sich in verschiedenen Bereichen einsetzen, in denen große Datenmengen eine Rolle spielen, z. B. für den Abgleich von Salden einzelner Finanzkonten, Überprüfung der in Rechnungen ausgewiesenen Umsatzsteuersätze, Suche nach doppelt gezahlten Rechnung, Überprüfungen von abweichenden Preisen pro Artikel, Suche nach doppelt angelegten Debitoren etc. IDEA überprüft die Daten zu 100%. Auffälligkeiten sind sofort erkennbar, für Detailanalysen und Weiterverarbeitung der Daten stehen umfangreiche Funktionen zur Verfügung.

(Text von Audicon; weitere Informationen unter: www.audicon.net)

Inhalte der Lehrveranstaltung

1. GoBD und rechtlicher Rahmen der digitalen Betriebsprüfung

2. Praxiserfahrungen

3. Einführung in Prüfersoftware (IDEA, AIS-TaxAudit von Audicon)

4. Praktische Übungen

·Datenimport 
Import von Daten über HSS
Import von Daten im Beschreibungsstandard (SmartX)
Import von Daten über den Importassistenten von IDEA
·Datenanalyse
Feldstatistiken, Indizieren/Sortieren, Filtern/Extrahieren, ABC-Klassifizierung, Altersstrukturanalyse, Mehrfachbelegung, Lückenanalyse
Summierung, Pivot-Tabelle, Benford-Analyse, Vergleich verschiedener Dateien, Erstellung von Diagrammen, Prüfungsdokumentation, Automatisierung der Datenanalyse (Entwicklung von Datenanalysemakros)
·Datenaufbereitung
Verbinden von Tabellen

Ausgewählte Literatur zum Thema "Digitale Betriebsprüfung"

(Literatur ist im Semesterapparat verfügbar)

·Peter Eller: Elektronische Rechnungsstellung und digitale Betriebsprüfung, Dezember 2008, Erich Schmidt Verlag, ISBN: 3-503-07408-2
·Rainer Leipp: Die digitale Betriebsprüfung, Grundlagen - GDPdU – Datenarchivierung, Dezember 2008, Vdm Verlag Dr. Müller
·Volker Hartmann: Digitale Betriebsprüfung (eBook), 2004, Verlag Dashöfer GmbH
·Ralph Krüger; Bernd Schult; Rainer Vedder: Digitale Betriebsprüfung, GDPdU in der Praxis, August 2009, Gabler
·Rainer Schuppenhauer: GoDV-Handbuch, Grundsätze ordnungsmäßiger Datenverarbeitung und DV-Revisionen, 6. Auflage. 2007, C.H. Beck, ISBN: 978-3-406-54313-5
·Thomas Leibrecht: Betriebsprüfung? Wie man Vorbereitung und Folgen optimal bewältigt, Oktober 2004 , Cornelson, ISBN: 3-589-23670-1
·Ingo Kaminski: Grundlagen und aktuelle Entwicklungen der digitalen Betriebsprüfung. In: SIMAT Arbeitspapiere. Hrsg. Von Michael Klotz, Stralsund: FH Stralsund, SIMAT Stralsund Information Management Team, 2010, (SIMAT AP 2 (2010), 8)
·

Michael Klotz; Ingolf Sulk: Digitale Betriebsprüfung – Handlungsfelder und vorbereitende Datenanalyse. In: Der Betriebs­wirt 2011, 52. Jg., Heft 1, S. 10-14

Durchführung

Es erfolgt zu Beginn des Kurses eine theoretische Einführung. Im Mittelpunkt stehen jedoch praktische Übungen, die in alleiniger Regie oder 2er-Gruppen zu absolvieren sind. Zur Problematik der Prüfungssimulation bereiten die Studenten in Teamarbeit eine  Hausarbeit an. Hausarbeit und Lösungen der Übungen gehen in die Bewertung ein, ebenso wie ein abschließendes Prüfungsgespräch.

 

Anmeldung: ab sofort per Mail an michael.klotz@fh-stralsund.de

Unterstützung:

Die Durchführung erfolgt mit freundlicher Unterstützung der Fa. Audicon GmbH, Stuttgart, die die Software zur Verfügung stellt.